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Rapid Development: Warum es Sinn macht einen One-Stop-Shop Anbieter in der Front End Phase ins Boot zu holen

by Nina Rainalter

Eine Innovation jagt die Nächste, immer schneller erscheinen neue Produkte auf dem Markt. Die immer kürzer werdenden Produktlebenszyklen sind eine große Herausforderung für das Innovationsmanagement. Der Innovationsprozess startet mit der Ideenfindung und endet mit der Verwertung. Der F&E Prozess ist ein Teilprozess des Innovationsprozesses. In der Regel fallen die höchsten Kosten in der Entwicklungsphase und in der Markteinführungsphase an. Jedoch werden schon in der ersten Phase (Ideenfindung) des Innovationsprozesses, dem sogenannten Front-End, die Grundlagen für Effektivität und Effizienz gelegt.

Dadurch ergeben sich zwei Kernfragen:
- Welche Ideen werden in Projekte umgesetzt?
- Wie können diese Ideen auch schnell und erfolgreich umgesetzt werden?

Darstellung One-Stop-Shop



Inhaltsverzeichnis:

Ideenfindung 
Selektion 
Timing
Stückzahl und Investmens
Produktspezifikation
Interview


Ideenfindung

In der Phase der Ideengenerierung werden kundenbezogene, technologiebezogene und kostenbezogene Aspekte berücksichtigt. Hier kann der Hersteller in die Themenbereiche Technologie und Kosten bereits ins Projektteam involviert werden. Um die Kreativität in der Phase der Ideenfindung nicht zu stören, sollte die Recherche des Produzenten unabhängig stattfinden und erst in der Phase 2, der Selektion, zusammen geführt werden. Eine objektive Einschätzung bezüglich der Technologien kann nur ein Lieferant erfüllen, welcher optionale Fertigungsverfahren offerieren kann.

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Selektion

In der Konzepterarbeitung und Produktplanung werden Marktanalysen durchgeführt. Es erfolgt eine Ausarbeitung des Produktkonzepts. In der Produktplanung sind Stückzahlen, Produktkosten, Timing, Investments und Projektkosten enthalten. Des Weiteren werden in dieser Phase die Produktspezifikationen sowie die Produktarchitektur festgelegt.

Hier kann der Know-How Transfer vom Hersteller zum Innovationsteam stattfinden und direkt in die Vorentwicklung und Entwicklung einfließen. Spätestens in dieser Phase startet die Planung der Markteinführung.

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Timing

          - Wann ist die Markteinführung gewünscht bzw. wann sollte sie spätestens erfolgen?  
          - Welche unterschiedlichen Fertigungsverfahren können angewendet werden?
          - Können hier mehrere Varianten eingesetzt werden um einen möglichen 
                Wettbewerbsvorteil zu realisieren?

Beispiel: Gehäuse Akkuschrauber Kunststoff
A: Messer & Online: Herstellung Rapid Prototyping, lackiert und beschriftet
B: Funktionsmodelle für Vertreter: Herstellung Vakuumguss, Material und Design seriennah
C: Spritzgusswerkzeug für Serienfertigung

Hier könnten A, B, und C zeitgleich beauftragt werden. Mit unabhängigen Verfahren können alle Bedürfnisse bedient werden. Wenn alle Varianten bei einem Hersteller (One-Stop-Shop) beauftragt werden, können Erkenntnisse aus der Prototypenphase in die Serienfertigung einfließen, ohne das intern jemand dazu beauftragt wird. Das Know-How wird vom Hersteller im Projektmanagement für den Kunden dokumentiert und gefiltert. Viele fertigungstechnische Belange sind für den Kunden nicht relevant, müssten aber bei Beauftragung von separaten Produzenten zwingend beachtet und transformiert werden.

Stückzahlen & Investments

Welche Stückzahlen werden über den ganzen Produktlebenszyklus und welche in der Markteinführungsphase benötigt.

Hier gibt es für neue Produkte wirtschaftlich interessante Varianten:
              - Kleinserienwerkzeuge können in der Markteinführungsphase hohe                 
                Investitionskosten verhindern
              - Alternative Werkstoffe können sowohl wirtschaftlicher sein, als auch einen     
                Mehrwert f
ür den Kunden schaffen

Investement

Produktspezifikation

Was muss das Produkt können?“

Hier werden alle technischen und funktionalen Aspekte eines Produkts definiert. Auch hier profitiert der Kunde vom branchenübergreifenden Know-How Transfer und von der Vielfalt der In-House Technologien.

Ohne viel Aufwand ergeben sich 3 Erfolgsfaktoren:
              - Geschwindigkeit von der Idee bis zur Umsetzung wird deutlich erhöht
              - Tiefes technisches Verständnis hinsichtlich der Auslegung der Bauteile in
                Verbindung mit der Vielzahl an möglichen Materialien
              - Unvoreingenommene Auswahl der optionalen Fertigungsverfahren

Interview

Nachstehend haben wir zwei Unternehmen zum Thema One-Stop-Shop Anbieter befragt, die Antworten beider Unternehmen finden Sie unten.

 

Roger Höfle-1
Getzner Werkstoffe GmbH
Roger Höfle
Dipl.-Ing. Dipl.-Kfm. Dr. Roger Höfle, LL.M.
Senior Vice President Construction Division

In welchem Umfeld ist ihr Unternehmen tätig?
Getzner entwickelt zukunftsweisende Polyurethan-Werkstoffe zum Schutz vor Erschütterung und Lärm – für die Bereiche Bahn, Bau und Industrie. Die Hightech-Werkstoffe Sylomer®, Syldodyn® und Sylodamp® entstammen der eigenen Forschung und werden unter anderem als elastische Lagerung von Gebäuden und Maschinen sowie als Konstruktionsbauteile für unterschiedliche Anforderungen eingesetzt.

Was sind die Eckpunkte Ihres Innovationsprozesses und/oder wie sieht in kurzen Worten ihr Innovationsprozess aus?
Unser Innovationsprozess besteht im Wesentlichen aus vier Säulen. In der frühen Phase werden die potenziellen Lösungen herausgearbeitet und für die nächsten Prozessschritte als Entwicklungsaufträge beschrieben. Im Entwicklungsprozess werden Konzepte erarbeitet, Prototypen entwickelt und die Produkte bis zur Serienreife entwickelt. In Abstimmung dazu wird die Markteinführung dieser Produkte vorbereitet und durchgeführt. In der vierten Säule wird schließlich das Produktportfolio laufend geprüft und gegebenenfalls überarbeitet.

Was sind die größten Herausforderungen in Ihrem Innovationsprozess?
Eine der größten Herausforderungen liegt sicherlich darin, dass während des Entwicklungsprozesses Prototypen zu entwickeln sind, die einerseits eine gewisse Nähe zur Serienreife aufweisen müssen. Andererseits sind für diese Prototypen aus Kostengründen alternative Herstellungsverfahren in Betracht zu ziehen. Hierfür müssen rechtzeitig geeignete Partner gesucht und gefunden werden.

Wo sehen Sie die Vor- und Nachteile komplette Technologien/Verfahren an einen Lieferanten/Partner zu vergeben?
Die Vergabe an einen Partner hat normalerweise den Vorteil, dass der gemeinsame Entwicklungsprozess sehr effizient umgesetzt werden kann. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der Partner über die entsprechenden Fähigkeiten und Ressourcen entlang des gesamten Innovationsprozesses verfügt.

Was halten Sie vom Ansatz, etwaige Lieferanten/Partner vom ersten Tage an in Ihre Entwicklungen zu involvieren?
Je früher ein Lieferant oder Partner in die Entwicklung involviert wird, desto effizienter gestaltet sich in der Regel der Innovationsprozess. Denn durch eine fortlaufende Abstimmung mit dem passenden Partner können Verzögerungen entlang der verschiedenen Phasen des Innovationsprozesses vermieden werden.

Was halten Sie vom Ansatz, unterschiedliche Verfahren zu unterschiedlichen Zeitpunkten (im Produktlebenszyklus) zum Einsatz zu bringen?
Der Einsatz unterschiedlicher Verfahren dürfte im Rahmen des Innovationsprozesses gerade zwischen Entwicklungs- und Markteinführungsprozess besonders relevant sein. Aber auch bei der Sortimentspflege kann die Betrachtung verschiedener Verfahren einen weitergehenden Vorteil generieren.

Könnten Sie sich vorstellen so einen Ansatz bei Ihnen im Unternehmen zur Anwendung zu bringen? Ja, durchaus.


Erich Köhlmeier-1

IPM Elektromatic GmbH
Erich Köhlmeier
Geschäftsführender Gesellschafter


In welchem Umfeld ist Ihr Unternehmen tätig?

Im Maschinen- und Anlagenbau mit dem Schwerpunkt auf Automatisierung und Sicherheitstechnik. Unsere Kunden sind beispielsweise VW (plus alle Marken), Daimler, BMW und sämtliche Anlagenbauer der OEM's.

Was sind die Eckpunkte Ihres Innovationsprozesses und/oder wie sieht in kurzen Worten Ihr Innovationsprozess aus?
Wir leben eine innovationsfreundliche Kultur und haben dafür die nötigen ideenreichen Mitarbeiter im Unternehmen. Wir bieten dafür die Ressourcen die den Prozess voran treiben an. Im Wesentlichen kann man sagen, dass das der Erfolg von IPM ist.  Wir sind am Puls beim Kunden und bekommen somit frühzeitig mit, was benötigt wird um in der Zukunft einen zeitnahen Prozess bzw. eine zeitnahe Entwicklung zu starten!

Was sind die größten Herausforderungen in Ihrem Innovationsprozess? Stärken/Schwächen?Stärken: Zeitnahe Umsetzung, somit frühzeitige Chance auf Umsatzgenerierung, Innovationsvorsprung, somit Single Source Position bei OEM.
Schwächen: Zeit/Kosten und Personalintensiv, unerprobte Entwicklungen beim Kunden

Wo sehen sie die Vor- und Nachteile komplette Technologien/Verfahren an einen Lieferanten/Partner zu vergeben?
Vorteile: Kosten können besser kalkuliert werden (All in), Umsetzung eventuell schneller, Risiko abgewälzt.
Nachteile: In-House-Verständnis anders, Lieferant kennt die Kundenprozesse zu wenig.

Was halten Sie vom Ansatz, etwaige Lieferanten/Partner vom ersten Tage an in Ihre Entwicklungen zu involvieren?
Sehr gut, denn wenn man mit diesem Gedanken spielt, einen Lieferanten einen Schlüsselrolle zukommen zu lassen, sollte dieser unbedingt schon beim Kick-off dabei sein!

Was halten Sie vom Ansatz, unterschiedliche Verfahren zu unterschiedlichen Zeitpunkten (im Produktlebenszyklus) zum Einsatz zu bringen?
Das kann von Vorteil sein um kurzfristige Kundenbedürfnisse zu befriedigen und um lieferfähig zu sein. 

Könnten Sie sich vorstellen so einen Ansatz bei Ihnen im Unternehmen zur Anwendung zu bringen?
Klar!

 

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